Katrin Mayer
Arbeitsstipendium für Künstler*innen und künstlerisch Forschende am VALIE EXPORT Center Linz
2023/2024
Katrin Mayers transmediale Kunstpraxis erforscht die Historizität eines Ortes in der Gegenwart. Dazu werden meist genderpolitische Narrative so formuliert, dass sie gegen die Fiktion eines ‚neutralen' Raumes agieren. In konsequenter Folge ihrer ortsbezogenen, recherchebasierten Praxis hat Mayer 2020 begonnen, sich mit dem digitalen Raum aus feministischer Perspektive zu beschäftigen.
Katrin Mayer hat u.a. an der Hochschule für bildende Künste in Hamburg studiert. Seitdem präsentierte sie ihre Arbeiten in internationalen Einzel- und Gruppenausstellungen und erhielt Preise und Stipendien. Zudem ist sie Gründungsmitglied der Gesellschaft für künstlerische Forschung in Deutschland und Urheberin der Webseite c0da.org.
Den umfangreichen Vorlass VALIE EXPORTs liest Katrin Mayer wie einen beispielhaften, feministischen Werkkörper, der zu neuen Verlinkungen anregt - eine Herstory of Media Art. Ein Teil der von Mayer ausgewählten Archivalien wanderte in die von ihr initiierte Ausstellung WOMAN IN THE YEAR 2000 / VALIE EXPORT im Badischen Kunstverein, Karlsruhe (20.9. - 1.12.2024).
Im Rahmen ihres Arbeitsstipendiums am VALIE EXPORT Center Katrin Mayer eine neue Arbeit für die Ausstellung Cache entwickelt.
Für Rose Intelligence dokumentierte Katrin Mayer die Bücher, welche sie während ihrer Recherchen im Center, aus dem Regal zog und kaufte einen Teil davon in Antiquariaten nach. Das VALIE EXPORT Center beherbergt die mehrere tausend Bücher umfassende Bibliothek VALIE EXPORTs. Mayer folgte dabei ganz unterschiedlichen Impulsen, aber auch Themen wie Feminismus, Computerentwicklung, Künstlicher Intelligenz und Hirnforschung. Diese Buch-Doubletten bildeten für Mayer einen Materialkorpus, den sie wiederum nach Sätzen durchkämmte, deren Aussagen und Plastizitäten ihr vielfach anschlussfähig erschienen. Derart freigestellt trugen sie weiterhin Einschreibungen ihrer Quellen, ließen sich jedoch durch Mayers Montage in neue Bezugsgewebe einbinden. Strukturell ähnelt dieser Arbeitsprozess der Funktionsweise einer KI, reist jedoch zurück in ein früheres, analoges Stadium, um von dort unseren technologisch geprägten Alltag, sowie gesellschaftliche Verfasstheiten zu befragen.






