AKTIVIERTE WISSENSSPEICHER (ACTIVATED KNOWLEDGE REPOSITORIES)

Gendergerechte Zugänge in Archiven (Gender-Equitable Access in Archives)

15/01/2026, 13:00 - 18:00
VALIE EXPORT Center Linz

 

Art and cultural archives are far more than mere storage sites: they shape a society’s collective memory and its contemporary self-understanding. Collection holdings and collection strategies have a decisive influence on which stories are told and remembered, which forms of knowledge are transmitted, who becomes part of the canon, and which records and data will be accessible in the future.

Kunst- und Kulturarchive sind weit mehr als bloße Speicherorte: Sie prägen das kollektive Gedächtnis und gegenwärtige Selbstverständnisse einer Gesellschaft. Sammlungsbestände und Sammlungsstrategien nehmen entscheidenden Einfluss darauf, welche Geschichten erzählt und erinnert werden, welche Wissensformen überliefert werden, wer Eingang in den Kanon findet und welche Aufzeichnungen und Daten in der Zukunft zugänglich sein werden.
Spätestens seit dem „archival turn“ werden Archive zunehmend als Akteur:innen verstanden, die durch Auswahl- und Ausschlussmechanismen gesellschaftliche Machtverhältnisse widerspiegeln und mitgestalten. Wer oder was Eingang ins Archiv findet, ist kein neutraler Prozess, sondern Ausdruck kultureller, politischer, gesellschaftlicher und wirtschaftlicher Aushandlungen. Das Bild der Gesellschaft, das in Kulturarchiven und durch Kulturarchive überliefert wird, ist somit weder objektiv noch vollständig oder vielfältig.
Die Lebensspuren, kulturellen Praktiken, Texte und Selbstbeschreibungen bestimmter Gruppen – wie Frauen*, queere Personen oder Migrant:innen wurden und werden marginalisiert. Dieser strukturelle Ausschluss spiegelt sich in den Archivbeständen, in den Sammlungsstrategien, in den Prioritäten der Erschließung und Erforschung und in der öffentlichen Wahrnehmung wider.
Obwohl zahlreiche theoretische Arbeiten die machtvollen Ein- und Ausschlussmechanismen in Archiven analysieren, wird der Kategorie Gender in der praktischen Archivarbeit nach wie vor zu wenig Aufmerksamkeit geschenkt. Das VALIE EXPORT Center Linz und das Netzwerk Archive und Gender (NAG) möchten zu einem Workshop einladen, um den Austausch über gendergerechte und intersektional-feministische Arbeitsweisen zu fördern und die Vernetzung von Interessierten zu ermöglichen.
Ziel des Workshops ist es, bestehende Machtstrukturen in Kulturarchiven kritisch zu beleuchten, die Rolle von Kulturarchiven als Akteur:innen zu hinterfragen und insbesondere die Bedeutung der Kategorie Gender in der Archivpraxis sichtbar zu machen. Im Zentrum stehen Fragen nach Repräsentation und Teilhabe sowie die Verantwortung von Archiven und Archivmitarbeitenden für eine gendergerechte Archivarbeit.


PROGRAM in German


1:00 pm  Ulrike Hanstein and Dagmar Schink
                Welcome

                Verena Lorber
                Intorduction Verein Dossier Kooperation

                Nadja Gsaller
                Archivieren gegen den Strom 

                Helene Baur und Andrea Neidhöfer
                Nachlass Linda Bilda


2:30 pm Coffee beack


3:00 pm  Lina Maria Zangerl
                Sichtbarmachen als feministische Archivpraxis: 
                Der fragmentierte Nachlass Friderike Zweigs

                Stefanie Kitzberger
                Politiken der Rekonstruktion: 
                Überlegungen zum Werk Friedl Dicker-Brandeis‘


4:30 pm  Input Susanne Rettenwander
                Quantitative Erhebungen zum Genderverhältnis in der 
                österreichischen (Kultur-)Archivlandschaft

                Discussion with presenters


5:30 pm  Tour of the VALIE EXPORT Center

 

This event is a cooperation between the Netzwerk Archiv und Gender and the VALIE EXPORT Center Linz.
archivundgender.com
valieexportcenter.at