Ekaterina Shapiro-Obermair
Arbeitsstipendium für Künstler*innen, künstlerisch Forschende und Kurator*innen am VALIE EXPORT Center Linz 2025

 

Ekaterina Shapiro-Obermair ist Künstlerin, Kuratorin und Forscherin geboren in Moskau, lebt in Wien. Zwischen 1999 und 2009 studierte sie Malerei und Bildhauerei in Nürnberg, Berlin und Wien und promovierte 2022 an der Akademie der bildenden Künste Wien. Ihre Projekte beschäftigen sich mit Fragen der Erinnerung und der Geschichtsschreibung, der visuellen Repräsentation von Nationalismen und Ideologien sowie dem Sehen als Instrument der Wissensproduktion. Sie arbeitet in unterschiedlichen Medien, darunter Zeichnung, Installation, Video und Text. Seit 2017 betreibt sie mit Wolfgang Obermair den artist-run space hoast in Wien. 

The Monument of Glory, the Glory of the Monument Ein Videoessay

Die Bedeutung eines Denkmals erschließt sich nicht allein aus seinen formalen Eigenschaften, sondern vor allem aus den Interaktionen, die Menschen mit ihm eingehen. Die essayistische Videoarbeit handelt von einem prominenten Kriegsdenkmal in der Westukraine, dem sogenannten „Monument des Ruhms“, das 1970 in der Stadt Lwiw (Lemberg) errichtet wurde. Einst eines der wichtigsten modernen Kunstwerke der Region, wurde es nach dem Zerfall der Sowjetunion im Jahr 1991 zunehmend zum Objekt öffentlicher Debatten über die ukrainische Geschichte. Unterschiedliche, teils oppositionelle Gruppen versammelten sich hier und das Monument wurde zu einem Kommunikationsmedium, über das sich gesellschaftspolitische Spannungen entluden. Diese Auseinandersetzungen führten schließlich im Sommer 2021 zum Abriss der Anlage.

Zwischen 2010 und 2023 hat Shapiro-Obermair den Ort mehrfach aufgesucht und ein umfangreiches privates Archiv an Bild- und Videoaufnahmen angelegt. Diese zeigen, wie sich die Anlage nach und nach verändert, aber auch, wie Menschen mit ihr in Beziehung treten. Angesichts der späteren Entwicklungen ist dieses Material einmalig und hat neben dem künstlerischen auch einen historisch-dokumentarischen Wert. Es bildet die Grundlage des Projekts und wird durch weitere Bildquellen ergänzt. Das Videoessay wird teils aus einer Ich-Perspektive der Künstlerin erzählt und verdeutlicht, wie stark die Rezeption eines Denkmals von seiner politischen Interpretation abhängt – und wie ambivalent diese Deutungen zugleich sind.

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Konferenz

PoSoCoMeS-Konferenz 

22. – 24.01.2026
Staatliche Universität Jerewan, Armenien

Die Arbeit The Monument of Glory, the Glory of the Monument wird zum ersten Mal bei der 3. PoSoCoMeS-Konferenz „Post-Socialist Memory in Times of Crises and Speculation“ gezeigt.

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