Anne Glassner
Arbeitsstipendium für Künstler*innen und künstlerisch Forschende am VALIE EXPORT Center Linz
2023/2024
Anne Glassner ist Performerin sowie Video- und Installationskünstlerin. Sie setzt sich mit wiederkehrenden und alltäglichen Handlungen auseinander. Die Thematik des Schlafes ist seit einiger Zeit ein zentraler Punkt ihrer künstlerischen Arbeiten, die unter anderem in Schlafperformances und inszenierter Fotografie ihren Ausdruck findet. Dabei wirft die Künstlerin Fragen nach den Bedingungen von (Un-)Aktivität und (Un-)Produktivität auf und verwischt die Grenzen von Privatheit und Öffentlichkeit sowie Inszenierung und Realität.
Glassner studierte u.a. Malerei bei Johanna Kandl an der Universität für Angewandte Kunst in Wien. Schlafperformances und -workshops hielt sie in diversen Ausstellungen im In- und Ausland ab. Glassners Arbeiten wurden mehrfach mit Stipendien gefördert und sind in öffentlichen Sammlungen in Österreich vertreten.
Im Zuge ihres Stipendiums setzte sich Anne Glassner mit alternativen Formen der Archivierung von Performancekunst auseinander. In einer Live-Performance beim Eröffnungsabend greift sie u. a. VALIE EXPORTs „Körperkonfigurationen“ (1972–1982) auf. In Wien suchte sie die Orte auf, an denen EXPORTs Arbeiten entstanden, um sich in liegender Position anzunähern.
Das VALIE EXPORT Center inspirierte Glassner zu einer Fotostrecke. In einem türkisfarbenen Overall, genäht von ihrer Großmutter und in Anspielung an ihre Urgroßmutter, die selbstbewusste Tabakarbeiterin war, erkundete sie die Architektur der Tabakfabrik Linz. Türkisfarbene Polster, Relikte einer kollektiven Schlafperformance, erinnern an die Übernachtung mit einer Schulklasse in den Büroräumen des VALIE EXPORT Centers, bei der die Rückführung von Produktion und Arbeit diskutiert wurde. Die im Raum installierte Bettdecke macht ein Gedankenarchiv zugänglich. Innere Vorgänge werden nach außen gestülpt, nach außen kommuniziert. Der türkise Banner „Expanding“ mit Glassners schlafender, verletzlicher Körperposition wird erst sichtbar, wenn man vom Innenraum des Lentos durchs Fenster auf die Kunstuniversität blickt. Die Farbe erinnert an die Architektur der Tabakfabrik und zieht sich als türkiser Faden durch Glassners Arbeiten von Linz bis Wien und wieder zurück.







